Ankreidung Nr.97

Ich stand am Hauptbahnhof, als ich noch relativ frisch in Darmstadt war.
Es war schon spät, ich wartete auf meinen Bus, es waren außer mir nur wenige Leute am BHF, unter anderem ein Mann. Er wird wohl um die Ende 50 gewesen sein.
Dieser Mann gaffte mich irgendwie die ganze Zeit an, aber ich habe es einfach ignoriert. Als dann mein Bus kam, stieg ich ein und setzte mich in einen Vierer. Obwohl der Bus völlig leer war, setzte sich der Mann zu mir. Noch bevor der Bus losgefahren war, streckte er seine Hand zu meinem Oberschenkel aus und packte zu (er packte richtig zu). Ich, irgendwie unter Schock, fragte ihn, was das solle und schob seine Hand weg. Er sagte dann: „Ach das war doch gar nicht böse gemeint. Ich war vor ein paar Jahren in Ghana und da waren so viele ,,zutrauliche“, nette, ,,exotische“ Frauen wie du, da dachte ich, das wäre kein Problem.“
Ich komme weder aus Ghana, noch möchte ich von fremden Männern berührt werden oder nur aufgrund meiner Hautfarbe sexualisiert werden. Das kommt aber leider bei vielen nicht an.

Dies als außenstehende Person zu hören, tut schon weh. Für Betroffene ist dies leider oft Alltag. Die Betroffene hat uns geschrieben, dass sie mehrere solcher Erfahrungen regelmäßig durchstehen muss.
Eine solche Herabwürdigung durch Entindividualisierung und die Schein-Legitimation des Aktes des Anfassens aufgrund der Hautfarbe ist abscheulich und darf niemanden angetan werden!
Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft finden!

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