Ankreidung Nr.112

Als ich 15 Jahre alt war, musste ich nach der Schule ca. 45min mit dem Bus nach Hause fahren. Ein Mann setzte sich direkt vor mir in den Bus, der mir von Anfang an komisch vorkam, weil er sich mit sich selbst unterhielt. Ich habe mir Musik angemacht und versucht abzuschalten, als er anfing, mich ständig auffällig anzustarren. Da fühlte ich mich schon unwohl, aber dachte mir erst nichts dabei. Plötzlich griff er dann zwischen den Sitzen durch und fasste mir an die Brust. Ich schlug um mich und er zog seine Hand zurück, dann stand ich auf und setzte mich woanders hin, aber er folgte mir, weswegen ich zu einem Fremden ging und ihn bat, mich neben ihm sitzen zu lassen. Ich hatte die gesamte restliche Busfahrt furchtbare Angst vor dem Mann und war wütend auf mich selbst, weil ich nichts sagen konnte, als er mich angefasst hat. Ich dachte immer, wenn so etwas passiert, würde ich schreien, aber ich konnte in dem Moment einfach nichts sagen und ich verstand lange nicht, warum.

Bei Belästigung handelt es sich um unangenehme Situationen, bei denen es vollkommen normal ist, überfordert zu sein und nicht zu wissen, wie man reagieren soll.
Es darf nicht die Aufgabe der Betroffenen sein, sich auf mögliche Situationen vorzubereiten und passende Reaktionen zu planen. Belästigung darf erst gar nicht stattfinden!

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