Ankreidung Nr.130

Ich habe heute am Karolinenplatz eine Ankreidung von euch gesehen und das hat mich daran erinnert, was mir dort mal passiert ist.

Ich habe mit 15 ein Praktikum im Haus der Geschichte absolviert. In einer Mittagspause habe ich auf dem Platz auf eine Freundin gewartet und auf mein Handy gesehen. Plötzlich schlug mir etwas hart auf den Hintern und ein Radfahrer fuhr knapp an mir vorbei.

Zuerst habe ich nicht realisiert was passiert war, aber mir tat das Sitzen fast einen ganzen Tag lang noch weh durch die Wucht, die der Schlag hatte.

Ich habe diese Erfahrung lange verdrängt und auch versucht zu erklären… „Ich trug eine kurze Hose.“ „Es ist ja eigentlich nicht so schlimm gewesen.“ Aber das war es und ich habe mich lange Zeit sehr schlecht deswegen gefühlt.

Es ist ganz und gar nicht okay, jemandem auf den Po zu schlagen und die Betroffene ist nicht schuld daran, was geschehen ist!
Es ist völlig egal, welche Kleidung jemand trägt, sie ist niemals eine Erlaubnis, jemanden anzufassen oder auf sonst einer Art sexuell zu belästigen.
Es ist normal, die Schuld bei sich selbst zu suchen, auch wenn man sie dort nicht finden kann!
Außenstehende, wir, die solche Erfahrungen mitgeteilt bekommen, dürfen die Schuld nicht bei den betroffenen Personen sehen.
Einzig und allein die Täter:innen tragen Schuld an Belästigung! Es ist wichtig, dass wir das verstehen. Statt zu verurteilen, sollten wir die Aufgabe bei uns selbst sehen, in solchen Situationen den Betroffenen beizustehen.

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