Ankreidung Nr.190

Ich arbeitete während des Studiums in einem Laden am Luisenplatz. Als ich eines Samstag vormittags den Laden aufschloss und alleine war, beobachteten mich 3 Männer mit unverholen lüsternen Blicken, während ich Deko und Schilder vor den Ladenfenstern aufstellte. Ich ging rein und hinter den Tresen, beunruhigt und aggressiv. Die Männer kamen in den Laden, einer versperrte die Tür, die anderen stellten sich je ans eine Ende des Tresen. Ich vermittelte unmissverständlich, dass ich genervt war, versuchte deutlich sichtbar, jemanden anzurufen und legte den Finger auf den Alarmknopf, der unter dem Tresen angebracht war. Die Männer wollten, dass ich vorkomme und ihnen Ware zeigte. Ich sagte, sie können es sich ja so anschauen und ignorierte sie. Irgendwann gingen sie, wobei sie mich jedoch die ganze Zeit angafften und widerlich grinsten.

Als ich einmal abends die Deko einräumte und mich nach Ware vorbeugte, griff mir ein Mann, der vom Luisenplatz kam, an den Hintern. Ich schrie ihn an und verwies ihn aus dem Laden. Er grinste nur widerlich.

Im selben Laden stalkte mich ein älterer Mann, der offensichtlich Drogen zu sich nahm. Als er eines abends kurz vor Ladenschluss kam und aggressiv und belästigend wurde, gab ich ihm Hausverbot. Er drohte, mich umzubringen, verließ aber den Laden. Ich schloss ab und rief die Polizei.

Bei allen Situationen vermittelte mir meine Chefin, ICH hätte falsch reagiert, denn ich würde das ja ausstrahlen. #blamingthevictim
Meine Beschwerden über mangelnde Sicherheit, wenn wir als junge Frauen alleine den Laden öffneten oder schließen wurden konsequent ignoriert, bis ich drohte zu kündigen. Erst dann wurde eine „Fakeüberwachungskamera“ deutlich sichtbar angebracht.

TW: Sexualisierte Gewalt. Wir empfehlen, die Geschichte nicht zu lesen, wenn dich die Thematik stark belasten könnte.

Der oder die Betroffene trägt NIE die Schuld. Schuld ist immer nur der:die Täter:in. Oft sind psychisches Leiden und Angst Folgen von sexualisierter Gewalt und es wird Zeit, dass alle Betroffenen ernst genommen werden!
So ein Verhalten ist nicht in Ordnung.

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