Ankreidung Nr.207

Vor ein paar Tagen bin ich auf der Arbeit (in Arbeitskleidung) in den Aufzug gestiegen. Der hat nochmal angehalten und der ältere Mann, der eingestiegen ist, wollte runter statt -wie ich – hoch. Er sagte dann sowas wie „ah, ich wollte nach unten. Aber was soll’s, dann darf ich noch ein paar Minuten mit einer jungen hübschen Frau den Aufzug teilen, sowas passiert auch nicht jeden Tag.“ Das war mir so unangenehm, dass ich überhaupt nichts sagen konnte.

Ist das ein Kompliment? Vielleicht sehen das manche so, aber das ist egal. Wichtig ist, was die Betroffene fühlt und es kommt immer auf den Kontext an. Ein Fahrstuhl bietet leider keine schnelle Möglichkeit der Situation zu entkommen, sondern zwingt auszuharren und somit auch zur Offenbarung der eigenen Reaktion und Empfindung.
Es ist auch nicht schön, immer wieder auf’s Neue ungefragt bewertet und kommentiert zu werden!

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