Ankreidung Nr.222

Heute ist mir etwas Unangenehmes passiert. Ich bin von Roßdorf nach Darmstadt mit dem Bus gefahren. An der Haltestelle habe ich irgendwann gemerkt, dass mich ein junger Mann immer ansieht. Ich laufe meistens ein wenig an der Haltestelle immer auf und ab, um mir die Zeit zu vertreiben. Und immer wenn ich zur Haltestelle hingelaufen bin, habe ich seine starren Blicke gemerkt. Habe dann erst überlegt, ob er das laufen komisch findet oder ich irgendwas im Gesicht habe. Aber sonst hat mich niemand angesehen. Ich habe dann angefangen beim Laufen bewusst nicht in seine Richtung zu schauen und bin gegen Ende hin stehen geblieben. Im Bus hat er sich dann so hingestellt, dass er in meine Richtung sehen konnte. Leider hatte ich kein Handyakku mehr, sonst hätte ich einfach darauf gesehen. Ich habe dann auch überlegt, ob ich übertreibe oder mich zu Unrecht unwohl fühle. Aber es ist letztlich schon ein Unterschied, ob man jemanden permanent ansieht oder sich die Blicke ab und zu treffen, da man quasi überall hinsieht oder immer mal wieder woanders hin.
Ich war dadurch jedenfalls total angespannt. Und das zeigt, was Starren irgendwie schon auslösen kann.

Auch wenn für viele Leute anstarren als “nur etwas kleines” ist, löst das in vielen Betroffenen großes Unbehagen aus. Es gibt ein Gefühl von Unsicherheit und das auch zu Recht. In keiner Situation sollte ein:e Betroffene:r sich so fühlen als seien seine Gefühle unberechtigt!

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