Statistiken

Wir sind viele Betroffene. Wir sind viele Belästigende. Wir sind viele Zuschauer. Wir sind viele Belästigungen. Wir sind viele Empörungen. Wir sind viele Geschichten. Wir sind Viele.

(Sexuelle) Belästigung, Sexismus und Gewalthandlungen sind keine Einzelfälle, sondern betreffen viele! Auch Statistiken zeigen, dass es sich hier um ein Alltagsproblem handelt.

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend in Österreich hat 2011 eine Prävalenzstudie zu Gewalt an Frauen und Männern durchgeführt. Insgesamt wurden 2334 Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren befragt. 74,2% der Frauen und 27,2% der Männer wurden im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt. Diese Übergriffe wurden von 29,7% der Frauen und 5,6% der Männer als bedrohlich erlebt.

Unterteilt in verschiedene Formen der sexuellen Belätigung, ergeben sich für Frauen diese Werte.
Unterteilt in verschiedene Formen der sexuellen Belätigung, ergeben sich für Männer diese Werte.

Unterschiede zwischen den Erfahrungen von Männern und Frauen ergeben sich teilweise aus unterschiedlichen Auffassungen von Belästigung und Sexismus. Es gibt keine objektiven Richtwerte, die eine Handlung zu einer sexistischen machen. Die Intention des/der Täters/Täterin, die Beziehung der Beteiligten und die Interpretation der betroffenen Person bestimmen, ob eine Handlung sexistisch ist oder nicht. Vor allem im letzten Punkt unterscheiden sich die Auffassungen von Männern und Frauen, sodass sich unterschiedliche Sensibilitäten für Sexismus im Alltag ergeben. So beobachten 28% der Frauen und 15% der Männer mehrmals im Monat Sexismus. Selbst betroffen von sexistischen Zeichen und Übergriffen sind 44% aller Frauen und 32% aller Männer. In der Befragung wurden auch Orte, an denen Sexismus erlebt wurde, abgefragt. Öffentliche Plätze stellen für beide Geschlechter den häufigsten Ort dar. (BMFSFJ, Sexismus im Alltag)

Orte, an denen betroffene Frauen Sexismus erlebt haben. Weitere Nennungen waren: Schule, Internat, Internet, soziale Netzwerke, Urlaub, Kneipe, Bar, Fahrschule im Auto, Restaurant, Gasthof, Kino, tanzen, Tanzveranstaltungen, Disco, Club, Schwimmbad.
Orte, an denen betroffene Männer Sexismus erlebt haben. Weitere Nennungen waren: Schule, Internat, Internet, soziale Netzwerke, Urlaub, Kneipe, Bar, Fahrschule im Auto, Restaurant, Gasthof, Kino, tanzen, Tanzveranstaltungen, Disco, Club, Schwimmbad.

In einer weiteren Untersuchung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden 10264 Frauen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren zu ihrer Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit befragt. Für das Thema der sexuellen Gewalt, worunter ausschließlich strafrechtlich relevan­te Formen wie Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung unter Anwendung von körperlichem Zwang oder Drohungen zählten, ergaben sich folgende Tätergruppen:

Alle Formen der Gewalt können zu erheblichen psychischen Folgen führen.

Psychische Folgen von unterschiedlichen Formen der Gewalt

Die Ergebnisse zeigen, dass alle Formen von Gewalt häufig zu psychischen Folgen führen. Gewalt, darunter auch sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt, müssen ernstgenommen werden und als Probleme des Alltags verstanden werden.

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/lebenssituation–sicherheit-und-gesundheit-von-frauen-in-deutschland/80596

https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/ausmass/uebergriffe/sexuelle_belaestigung_und_gewalt.php

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/sexismus-im-alltag/141250

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